Sprach- und Begegnungscafé im Juni

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Über zwei Jahre Krieg in der Ukraine

Und damit wollte und konnte die Bundesrepublik anfangs nicht dienen und wir Friedensbewegte erst recht nicht. Denn so lange ist es nicht her, dass wir uns in Bonn, Heilbronn oder Mutlangen gegen Pershings und den Krieg mit langen Menschenketten gewehrt hatten und jetzt?

Das „wording“ unserer Politiker ist längst anders geworden. Mitten unter uns leben Menschen aus der Ukraine und wir lernen uns langsam auch kennen. Denn anders als die Geflüchteten aus den anderen Herkunftsländern, haben Ukrainer viele bestehende Beziehungen zu Deutschland und sie bilden ihrer eigene „Kommunity“, sind oft privat untergebracht und haben auch rechtlich einen anderen Status. Doch immer öfter besuchen sie auch unsere Veranstaltungen, sei es das Begegnungscafé, sei es unser Frauenfrühstück oder einen gemeinsamen Ausflug. Das ist gut so. Denn wir wollen eine „Mehrklasseneinteilung“ schon immer vermeiden! Egal ob Syrer, Afghanen, oder Menschen aus Somalia, Indien dem Iran oder Irak- Oder dem Balkan. Alle sind für uns erst einmal  gleich zu sehen. Denn Asyl recht ist ein Menschenrecht. Gilt also für alle Menschen. Wie es weitergeht können wir von TafF nicht beurteilen. Wir wollen nur helfen. Auch helfen, die Menschen hier in Tamm willkommen zu heißen. Und dafür danken wir Ihnen liebe Tammerinnen und Tammer ganz herzlich. Auch abseits der nun schon einjährigen Diskussion wegen der LEA auf dem Schanzacker. Denn wir wissen, dass Sie unsere Arbeit nach wie vor unterstützen. DANKE dafür.

Wohnung gesucht!

Auch für diese Familie suchen wir schon lange. Doch vielleicht lesen Sie einfach mal ihre Geschichte:

Die Wohnungen im Brückenhaus sind normalerweise  räumlich sehr begrenzt, die Kinder – egal wie alt sie sind – teilen sich oft zu viert oder fünft einen kleinen Raum und die Eltern ebenfalls. Als Wohnzimmer dient die Küche. Es gibt also keine Ausweichmöglichkeit. Nun ist bei der suchenden Familie ein echter, medizinischer Notfall eingetreten: Eines der Kinder hat eine chronische Krankheit, die immer wieder zu längeren, sehr belastenden Krankenhausaufenthalten zwingt. Äußerste Hygiene ist geboten. Doch Sie können sich denken, dass dies in einem gemeinsamen Kinderzimmer für eine große Kinderschar nicht zu ermöglichen ist. Geschweige denn eine ruhige Umgebung zur Genesung.

Deshalb aufs Neue unser Appell:

Wenn Sie eine Wohnung vermieten oder jemanden kennen, der über eine solche verfügt, die zwei Kinderzimmer hat– davon kann eines gerne klein sein – dann melden Sie sich bitte bei uns. Die Miete ist gesichert. Die Familie des kranken Kindes wird überglücklich sein, wenn die Suche endlich ein Ende hat.

 

Tamm aktiv für Flüchtlinge seit 2015

Weihnachtsmarkt

Eigentlich nicht. Denn würden es keine Gründe dafür geben, dass Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen, wären wir überflüssig. Würden wir uns vielleicht anderswo engagieren. Hätten wir mehr Zeit für Hobbys und unsere Familien. Doch so wie sich die momentane politische Großwetterlage entwickelt, wird unser Einsatz noch lange nötig und wichtig sein.

Wir freuen uns, dass wir weiterhin wahrgenommen werden. Dass TafF ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Tamm geworden ist und unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Vielen Dank dafür. Wir freuen uns auch über die kleinen Erfolge „unserer“ Flüchtlinge. Sei es bei bestandenen Sprach- oder Führerscheinprüfungen, erfolgreichen Ausbildungsabschlüssen oder der Aufnahme eines Studiums oder einer Berufstätigkeit. Wir freuen uns über jede/n, der/die uns freudestrahlend berichtet, dass das Bundesamt für Flüchtlinge ihm oder ihr, die Anerkennung als Flüchtling zuerkannt hat. Und wir trösten, wenn – was leider eher die Regel als die Ausnahme ist – die sofortige Ausreise angeordnet wird. Vor allem weil es oft Menschen betrifft, die uns ans Herz gewachsen sind, die voll im Berufsleben integriert sind, die sehr gut Deutsch sprechen, Vereinssport treiben und ihre Kinder sich eher als Tammer fühlen denn als Flüchtlinge. Und deren Wunden, die die dramatischen Fluchterlebnisse gerissen haben, langsam zu heilen beginnen.

Fünf Jahre TafF – das war und ist auch für uns Ehrenamtliche ein ständiges Auf und Ab. Auch wir sind manchmal müde, frustriert, traurig oder wütend. Gerade deshalb ist uns der Rückhalt, den wir durch die Tammer Mitbürger erfahren so wertvoll. Für das Jahr 2020 planen wir einen Ausflug für die Kinder der Geflüchteten in die Wilhelma – dies war IHR Weihnachtsgeschenk, liebe Tammer. Auch Veranstaltungen wie unsere Weihnachtsfeier mit Clown Kampino, alias Ludger Hoffkamp, war nur durch Ihre Spenden möglich. Das herzliche Kinderlachen hallte noch lange durch das Gemeindehaus von St. Petrus!